Kaum Aufwärtsimpulse nach EZB Ratssitzung

Verschiedene Veröffentlichungen von Einkaufsmanagerindizes für europäische Länder werden in diesen Tagen die Lage an den Märkten bestimmen. Darunter sind unter anderem die Indizes für den Dienstleistungssektor in Deutschland, Frankreich und die Eurozone allgemein, die für starke Stimmungseintrübungen sorgen könnten. Die Schätzungen im Vornherein hatten bereits für Schwankungen bei den Anlegern gesorgt. Interessant wird es dann besonders bei den Zahlen für die Eurozonenländer Italien und Spanien, da es hier keine vorläufigen Schätzungen gibt.

Die Bund Futures hatten es schwer, die Hürde im Bereich um 138,60 zu überwinden, weshalb sich eine Konsolidierung durchgesetzt hat. Leicht nachgebende PMIs könnten Mitte der Woche jedoch wieder für eine leichte Unterstützung sorgen, obwohl nur wenige Aufwärtsimpulse zu erwarten sind, wenn man an die EZB Ratssitzung und den ISM Serviceindex denkt. Ein Kontrakthoch von 139,06 ist deshalb eher unwahrscheinlich, man spricht von einer Trading Range von 137,26 und 138,60.

Die Ratssitzung der EZB wird wahrscheinlich die Lage an den Märkten in den kommenden Tagen bestimmen. Über Zinssenkungen wird man dort wahrscheinlich nicht mehr sprechen, denn bereits auf der letzten Pressekonferenz gab man bekannt, dass dies kein Thema sei. Geldpolitische Lockerungsmaßnahmen seien im Moment trotz Schuldenkrise nicht drin, was der nach oben revidierten Inflationsprojektion der Zentralbank und der veränderten Sicht der EZB, wonach das Risiko in erhöhten Teuerungsraten liegt, zu verdanken ist. Daher dürfte man zurzeit keine Signale für eine Zinssenkung geben.

In den USA erwartet man derweil die Veröffentlichung der PMI des Dienstleistungssektors. Dieser war im vorherigen Monat noch gestiegen, weshalb man mit einer Konsolidierung auf hohem Niveau rechnen kann. Besonders die US Beschäftigtenzahlen werden mit Spannung erwartet und in deren Folge der offizielle Arbeitsmarktbericht. Es wäre möglich, dass die Arbeitslosenzahlen weiter gesunken sind, sicher kann man sich hierbei jedoch nicht sein. Wie es scheint, werden die Kurse noch immer hauptsächlich von der unsicheren Lage auf dem europäischen Währungsmarkt bestimmt. Wie bereits Juerg Zeltner UBS Wealth Management CEO im vergangenen Jahr verlauten ließ: „Weltweit werden Regierungen und Zentralbanken weit reichende politische und wirtschaftliche Entscheidungen treffen. Die werden auch für andere Länder zu spüren sein. Und daraus können internationale Währungs- und Handelskonflikte entstehen.“